Ankommen mit Gefühl. Sechs Einstiege mit dem Emotionscanner®
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
| Nr. | Methode | Wann | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | Mein Gefühlsbeitrag | Gleich zu Beginn | 5 bis 15 Minuten |
| 2 | Jetzt ohne Worte | Beim Ankommen, nach der Pause | 8 bis 20 Minuten |
| 3 | Gefühlsbarometer | Beim ersten Check-in | 10 bis 20 Minuten |
| 4 | Ein Emoji sagt mehr | Zum Aufwärmen | 5 bis 20 Minuten |
| 5 | Doppelpack Gefühle | Zum Einstieg ins Thema | 10 bis 30 Minuten |
| 6 | Was fühlst du | Zum Einstieg ins Thema | 10 bis 30 Minuten |
Deine Lerngäste bringen am Morgen Skepsis, Anspannung und Fremdheit mit. Deine erste Aufgabe ist Sicherheit. Gleich danach soll Neugier entstehen. Was beides zerstört, kennst du: Angst, Misstrauen und Widerwille am Anfang, Langeweile, Gleichgültigkeit und Überreizung, wenn der Einstieg zur Pflichtübung oder zur Show wird.
Der Emotionscanner® hilft an dieser Stelle auf zwei Wegen. Er gibt deinen Lerngästen Worte für das, womit sie gekommen sind. Und er gibt ihnen etwas in die Hand, bevor sie vor der Gruppe sprechen müssen. Wer erst sucht und dann spricht, spricht ruhiger.
Die Methoden 1 bis 3 gehören zum Ankommen, also zu Schritt 1. Die Methoden 4 bis 6 öffnen schon das Thema und gehören zu Schritt 2. Den klassischen Einstieg mit einem Wort am Chart, den Wetterbericht, findest du im Beitrag „5 Methoden für den Emotionscanner®“.
Für alle sechs gilt: Niemand muss ein Gefühl offenlegen, das er nicht zeigen will. Wer passt, passt. Warum der Raum dafür mitentscheidet, steht im Fachbeitrag „Der Wirkraum. Warum der Raum mitentscheidet, ob jemand mitmacht.“
1Mein Gefühlsbeitrag
- Dauer
- 5 bis 15 Minuten
- Gruppe
- 3 bis 30
- Material
- Ein Scanner je Person, Karten, Wand zum Aufhängen
- Schritt
- 1 Vorbereiten
- Vorbereitung
- Keine
Diese Methode dreht die übliche Richtung um. Du fragst nicht, wie es deinen Lerngästen geht, sondern was sie zum Gelingen des Tages beitragen.
- Erkläre kurz: Jeder beeinflusst mit seinen Gefühlen, ob der Tag gelingt, oft ohne es zu merken.
- Stell die Frage. Jeder sucht ein Gefühl auf dem Emotionscanner®.
- Reihum nennt jeder sein Gefühl und sagt, wie er es einbringt.
- Die Gefühle kommen sichtbar an die Wand und bleiben dort hängen.
- Am Ende ein kurzer Blick zurück: War dein Gefühl da?
Mit welchem Gefühl trägst du heute zum Gelingen bei?
2Jetzt ohne Worte
- Dauer
- 8 bis 20 Minuten
- Gruppe
- 8 bis 20
- Material
- Ein Scanner je Person, Moderationskarten, Stifte
- Schritt
- 1 Vorbereiten
- Vorbereitung
- Keine
Ein Check-in, bei dem niemand reden muss. Er passt am Morgen, nach der Mittagspause oder nach einer Übung.
- Jeder sucht auf dem Emotionscanner® das Gefühl, das er gerade fühlt, und notiert es auf einer Karte. Erst dann sagst du, was damit passiert.
- Jeder überlegt kurz, wie er das Gefühl ohne Worte zeigt.
- Reihum stellt jeder sein Gefühl nur mit Gesten und Gesicht dar.
- Die anderen raten. Die Karte zeigt die Antwort.
Wie fühlst du dich jetzt, ohne Worte?

3Gefühlsbarometer
- Dauer
- 10 bis 20 Minuten
- Gruppe
- 5 bis 16
- Material
- Ein Scanner je Person, runde Moderationskarten mit Wettersymbolen, Stifte
- Schritt
- 1 Vorbereiten
- Vorbereitung
- Wetterkarten zeichnen und auslegen
Viele Gruppen kennen den Check-in mit Sonne und Regen. Das Gefühlsbarometer macht daraus eine genauere Sprache. Es lohnt sich vor allem bei Seminaren über mehrere Tage.
- Leg runde Karten mit Wettersymbolen aus: Sonne, Sonne mit Wolken, Wolken, Regen, Gewitter.
- Jeder sucht zu jedem Symbol ein Gefühl auf dem Emotionscanner®, schreibt es auf eine Karte und legt es dazu.
- So entstehen zu jedem Symbol viele Gefühle. Aus Regen wird traurig, enttäuscht, müde, leer.
- Die Gruppe schaut auf das Bild: Welches Symbol hat die meisten Gefühle? Welche Gefühle passen zu keinem?
- Beim nächsten Check-in nennt jeder statt des Symbols das genaue Gefühl.
Welches Gefühl steckt hinter deinem Wetter?
4Ein Emoji sagt mehr
- Dauer
- 5 bis 20 Minuten
- Gruppe
- 6 bis 30
- Material
- Emotionscanner® Visual je Person, Papier, Stifte
- Schritt
- 2 Öffnen
- Vorbereitung
- Keine
Mit dieser Methode werden deine Lerngäste aktiv, bevor das Thema beginnt. Gleichzeitig schauen sie genau hin, wie ein Gefühl aussieht.
- Teile den Emotionscanner® Visual aus.
- Frag: Was siehst du in welchem Emoji? Wie fühlst du dich gerade, und wo genau wird das im Emoji sichtbar?
- Dann: Welches Merkmal müsste der Emoji noch haben, um dein Gefühl genau abzubilden?
- Jeder zeichnet seinen eigenen Emoji oder erweitert einen vorhandenen.
- Die Emojis werden gezeigt, die anderen raten das Gefühl.
Wo in diesem Emoji steckt dein Gefühl?
5Doppelpack Gefühle
- Dauer
- 10 bis 30 Minuten
- Gruppe
- 5 bis 16
- Material
- Ein Scanner je Person, Moderationskarten in zwei Farben
- Schritt
- 2 Öffnen
- Vorbereitung
- Karten in zwei Farben bereitlegen
Ein Zufallsspiel, das ins Thema Gefühle führt. Es passt zu Seminaren, in denen Gefühle selbst Inhalt sind, etwa in Führung, Kommunikation oder Konfliktarbeit.
- Jeder schreibt seinen Namen auf eine rote Karte und legt sie verdeckt in die Mitte.
- Dann schreibt jeder ein Gefühl vom Emotionscanner® auf eine grüne Karte, ebenfalls verdeckt in die Mitte.
- Die erste Person deckt eine Namenskarte und eine Gefühlskarte auf.
- Die genannte Person äußert sich zu diesem Gefühl: pantomimisch, als kleine Geschichte oder mit dem, was ihr dazu einfällt und was es gerade im Körper auslöst.
- Dann deckt sie das nächste Paar auf.
Was verbindest du mit diesem Gefühl?
6Was fühlst du
- Dauer
- 10 bis 30 Minuten
- Gruppe
- 1 bis 20
- Material
- Ein Scanner je Person, eine Geschichte, Stifte in mehreren Farben
- Schritt
- 2 Öffnen
- Vorbereitung
- Geschichte auswählen und Pausen festlegen
Eine Geschichte ist ein Einstieg, der Neugier weckt, ohne dass jemand über sich sprechen muss.
- Vor der Geschichte kreist jeder sein aktuelles Gefühl auf dem Emotionscanner® ein.
- Erzähl eine berührende Geschichte, die du erlebt oder gelesen hast, oder beschreibe eine Situation aus dem Lernkontext, zum Beispiel einen Konflikt zwischen zwei Personen.
- Lies langsam und mach Pausen. In den Pausen markieren deine Lerngäste, was sie gerade fühlen. Jede Pause bekommt eine eigene Farbe.
- Nach der Geschichte: Welche Gefühle sind entstanden? Wo hat sich das Gefühl gedreht?
- Austausch zu zweit, dann im Plenum.
Was fühlst du an dieser Stelle der Geschichte?
Fachbeiträge und Methoden zu den Werkzeugen. Alle zwei Wochen, kein Verkauf.
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