Fallbeispiel · Gefahrenabwehr

Ein Lehrgang für den Einsatz. Keiner für die Menschen.

Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie

Für rund 1.000 personalverantwortliche Führungskräfte entsteht ein modulares Qualifizierungssystem. Die beiden Grundmodule haben wir gemeinsam mit dem Trainerteam der Akademie didaktisch entwickelt, von der Analyse bis zur begleiteten Einführung.

Führungskräfte stehen im Halbkreis um eine ausgelegte Lernfläche
Symbol Gebäude
Auftraggeber
Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie, BFRA. Referat Führung und Taktik
Symbol Schild
Feld
Gefahrenabwehr und öffentlicher Dienst. Didaktische Entwicklung der Grundmodule G1 und G2 im Qualifizierungssystem für personalverantwortliche Führungskräfte
Symbol Kalender
Dauer und Umfang
Rund sieben Monate von der Analyse bis zur begleiteten Einführung. 23 gemeinsame Arbeitstage, zwei Module mit zusammen 48 Unterrichtseinheiten
Symbol Haken
Leistung
Symbol zwei Figuren
Zielgruppe
Symbol Stern
Besonderheit
Die Akademie hat sich bewusst gegen reine Wissensvermittlung entschieden, bevor das erste Modul stand. Nicht ein Lehrgang wurde repariert, sondern eine didaktische Linie für ein ganzes Qualifizierungssystem gelegt.
Ausgangslage

Für den Einsatz gab es eine Ausbildung. Für die Führung von Menschen nicht.

Eine Feuerwehr ist mehr als ihr Einsatzdienst. In der Leitstelle, in der Verwaltung, in den Werkstätten und bei den Freiwilligen Feuerwehren tragen Menschen Verantwortung für Personal. Sie gestalten Arbeitsbedingungen, entwickeln Mitarbeitende, moderieren Konflikte. Für die Führung im Einsatz gibt es dafür seit jeher ein durchdachtes Ausbildungssystem. Für die Führung von Menschen gab es keines.

Die Berliner Feuerwehr hat das zur eigenen Aufgabe erklärt und ein Qualifizierungssystem auf den Weg gebracht, das rund 1.000 Führungskräfte erreichen soll. Damit stand die schwierigere Frage im Raum. Rollenverständnis, der Umgang mit Vielfalt und eine demokratische Haltung lassen sich nicht durch Vorträge vermitteln. Das hat die Akademie selbst festgestellt und nach einer Methodik gesucht, die trägt. An dieser Stelle kamen wir dazu.

Dazu kam eine Besonderheit, die vieles erklärt. Die Trainerinnen und Trainer der Akademie sind erfahrene Führungskräfte aus dem Einsatzdienst, Wachabteilungs- und Wachleitungen. Diese Erfahrung sorgt im Seminarraum für Augenhöhe, die kein externer Trainer mitbringt. Was ihnen fehlte, war nie die Erfahrung. Es war das didaktische Handwerk, das nie ihre Aufgabe war.

Werkzeugwand mit leerem Menschenumriss, daneben eine Feuerwehrfrau
Die Frage, die den Unterschied macht
Welche Inhalte muss eine Führungsausbildung abdecken?

Wie bauen wir Module, in denen Haltung entsteht.

Vorgehen

Was wir gemacht haben.

Nicht am Schreibtisch, sondern mit den Menschen, die die Module später halten. Das war die Bedingung dafür, dass das Ergebnis auch ohne uns weiterläuft.

1
Analyse von Rahmen und Modulentwürfen
Rahmenlehrplan, die vorliegenden Modulbeschreibungen und die vorgesehenen Methoden wurden geprüft. Inhaltlich stand viel Gutes da, erarbeitet von Fachleuten aus dem Haus. Die Lücke lag in der Methodik: kein dramaturgischer Aufbau, keine emotionalen Lernanker, kaum Erfahrungsräume. Für die heiklen Inhalte in G2 war kein geschützter Rahmen vorgesehen. Daraus entstand eine didaktische Struktur für beide Module.
2
Didaktische Ausarbeitung mit dem Trainerteam
An gemeinsamen Fortbildungstagen wurden beide Module aufgebaut, von der Situation im Dienst her und nicht vom Stoff. Einheitliche Lernstruktur, Methodenauswahl, Abstimmung der Lernschritte. Für die Inhalte in G2 hieß das: erst den Raum bauen, dann erleben lassen, dann reflektieren, dann einordnen. Das gesamte Trainerteam war eingebunden, nicht nur die Leitung.
3
Trainingsleitfäden
Die Leitfäden wurden vom Trainerteam selbst geschrieben, auf Grundlage der Fortbildungsergebnisse, und danach von uns fachlich überarbeitet, auf Struktur geprüft und ergänzt. Wer den Leitfaden selbst formuliert hat, führt anders durch als jemand, der ein fertiges Papier bekommt.
4
Erprobung und Anpassung
Alle interaktiven und methodischen Elemente wurden erprobt, vorgeführt und gemeinsam reflektiert. Nicht alle 48 Unterrichtseinheiten am Stück, sondern gezielt die Stellen, deren Durchführung Übung braucht. Was nicht trug, wurde geändert und in die Leitfäden eingearbeitet, solange alle Beteiligten noch am Tisch saßen.
5
Begleitung der Einführung
Über sechs Monate: Begleitung der ersten Durchführungen, regelmäßige fachliche Abstimmung, laufende Ergänzung der Leitfäden. In der ersten praktischen Phase zeigt sich immer Anpassungsbedarf. Wer dann nicht mehr erreichbar ist, hinterlässt ein Konzept, das still wieder zurückgebaut wird.
Eingesetzte Leistungen
Drei Leistungen aus dem Bereich Lösungen, in dieser Reihenfolge. Jede davon gibt es auch einzeln.
Eingesetzte flipstark® Materialien
Keine Zutat und kein Zubehör. Die Materialien tragen im Modul bestimmte Schritte, die ohne sie nicht funktionieren.
Ergebnis

Was sich verändert hat.

Die Module laufen, und sie laufen ohne uns. Genau darauf war die Zusammenarbeit angelegt. Wir haben nicht zwei Seminare geliefert, sondern mit dem Trainerteam eine Arbeitsweise aufgebaut, die es selbst weiterträgt. Die Erfahrung aus dem Einsatzdienst war immer da. Was gefehlt hat, war das Handwerk, aus dieser Erfahrung Lernen zu machen. Das ist jetzt im Haus und bleibt dort, auch wenn wir längst wieder weg sind.

Zwei Feuerwehrleute reichen sich vor der Werkzeugwand die Hand
Zitat-Symbol: Anführungszeichen in Sprechblase
„Es gibt Momente, in denen man merkt, dass man bisher nicht wirklich gefragt hat: Warum lernen wir so, wie wir lernen? Michael Kobbeloer bringt etwas mit, das ich selten erlebt habe. Er sieht nicht nur, was didaktisch fehlt. Er spürt, wo Menschen stehen. Seine Methodik hat unsere gesamte Denkweise über Führungskräfteentwicklung verändert.“

Boris Topol

Brandoberamtsrat, Gruppenleiter im Referat Führung und Taktik, Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie
Weitere Referenz im selben Feld

Nicht die einzige Ausbildung, die wir mit aufgebaut haben.

Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen, Münster

Über drei Jahre wurde gemeinsam mit dem IdF NRW die Ausbildung zum Dozenten an Feuerwehrschulen neu entwickelt. Nicht ein Modul, nicht ein Lehrgangstag, sondern die vollständige Qualifizierung derer, die an Feuerwehrschulen unterrichten. Das Institut ist die zentrale Ausbildungseinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen für den Feuerwehrdienst, und was dort im Unterricht passiert, wirkt in die Feuerwachen des ganzen Landes hinein.

Die Aufgabe war eine andere als in Berlin. Dort ging es um Führungskräfte, hier um Lehrende. Wer selbst unterrichtet, hat gelernt, wie man Stoff vermittelt, und nur selten, wie Menschen lernen. Genau diese Lücke schließt die Ausbildung. Sie behandelt nicht Feuerwehrtechnik, sondern die Frage, wie Feuerwehrtechnik so vermittelt wird, dass sie unter Belastung abrufbar bleibt.

Über 180 Zeitstunden hinweg durchlaufen die künftigen Dozenten dieselben Schritte, die sie später selbst gestalten sollen. Sie erleben Methoden, bevor sie sie einordnen. Sie unterrichten unter Beobachtung, bevor sie vor einem echten Lehrgang stehen. Und sie bekommen Rückmeldung nicht auf ihre Person, sondern auf ihre didaktischen Entscheidungen.

Warum das über drei Jahre lief und nicht über drei Monate: Ein Curriculum dieser Größe entsteht nicht am Stück. Jeder Durchgang liefert Erkenntnisse, die in den nächsten einfließen. Das Institut hat diesen Weg mitgetragen, statt auf eine schnelle Lösung zu drängen. Das Ergebnis wird heute über Nordrhein-Westfalen hinaus genutzt.

Thema
Ausbildung Dozent an Feuerwehrschulen
Laufzeit
Drei Jahre
Umfang
180 Zeitstunden, mehrere Module
Leistung
Konzeption, Curriculum, Train-the-Trainer
Methode
Emotionale Didaktik, erfahrungsorientiertes Lernen
Ergebnis
Wird bundesweit genutzt
Häufige Fragen

Was uns Akademien und Ausbildungs­leitungen fragen.

Die ersten fünf Fragen kommen aus der Gefahrenabwehr, die letzten drei stellt uns fast jede Organisation. Wenn deine nicht dabei ist, stell sie uns direkt.

Fragen aus der Gefahrenabwehr
Fragen zur Zusammenarbeit

Ähnliche Aufgabe in deiner Organisation?

Beschreib uns, was ihr aufbauen wollt oder welcher Lehrgang bei euch nicht ankommt. Wir sagen dir, wo wir ansetzen würden und ob sich der Aufwand lohnt. Auch wenn die Antwort nein lautet.

30 Minuten, direkt mit Michael Kobbeloer. Kein Vertrieb, kein Callcenter.