Ein Lehrgang für den Einsatz. Keiner für die Menschen.
Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie
Für rund 1.000 personalverantwortliche Führungskräfte entsteht ein modulares Qualifizierungssystem. Die beiden Grundmodule haben wir gemeinsam mit dem Trainerteam der Akademie didaktisch entwickelt, von der Analyse bis zur begleiteten Einführung.
- Analyse von Rahmen und Modulentwürfen
- Didaktische Ausarbeitung beider Module
- Trainingsleitfäden
- Methodenauswahl und Erprobung
- Begleitung der Einführung
- Die Trainerinnen und Trainer der Akademie
- Erfahrene Führungskräfte aus dem Einsatzdienst, Wachabteilungs- und Wachleitungen
- Mittelbar rund 1.000 personalverantwortliche Führungskräfte
Für den Einsatz gab es eine Ausbildung. Für die Führung von Menschen nicht.
Eine Feuerwehr ist mehr als ihr Einsatzdienst. In der Leitstelle, in der Verwaltung, in den Werkstätten und bei den Freiwilligen Feuerwehren tragen Menschen Verantwortung für Personal. Sie gestalten Arbeitsbedingungen, entwickeln Mitarbeitende, moderieren Konflikte. Für die Führung im Einsatz gibt es dafür seit jeher ein durchdachtes Ausbildungssystem. Für die Führung von Menschen gab es keines.
Die Berliner Feuerwehr hat das zur eigenen Aufgabe erklärt und ein Qualifizierungssystem auf den Weg gebracht, das rund 1.000 Führungskräfte erreichen soll. Damit stand die schwierigere Frage im Raum. Rollenverständnis, der Umgang mit Vielfalt und eine demokratische Haltung lassen sich nicht durch Vorträge vermitteln. Das hat die Akademie selbst festgestellt und nach einer Methodik gesucht, die trägt. An dieser Stelle kamen wir dazu.
Dazu kam eine Besonderheit, die vieles erklärt. Die Trainerinnen und Trainer der Akademie sind erfahrene Führungskräfte aus dem Einsatzdienst, Wachabteilungs- und Wachleitungen. Diese Erfahrung sorgt im Seminarraum für Augenhöhe, die kein externer Trainer mitbringt. Was ihnen fehlte, war nie die Erfahrung. Es war das didaktische Handwerk, das nie ihre Aufgabe war.
Wie bauen wir Module, in denen Haltung entsteht.
Was wir gemacht haben.
Nicht am Schreibtisch, sondern mit den Menschen, die die Module später halten. Das war die Bedingung dafür, dass das Ergebnis auch ohne uns weiterläuft.
Was sich verändert hat.
- Aus Modulentwürfen sind zwei durchgebaute Module geworden, mit Trainingsleitfäden, die eine Durchführung tragen.
- Weil wir mit dem Trainerteam entwickelt haben und nicht für es, führen die Trainer heute mit Handlungssicherheit durch und stehen hinter dem, was sie tun.
- Die schwierigen Inhalte in G2 haben einen vorbereiteten, geschützten Rahmen bekommen. Vorher war dafür nichts vorgesehen.
- Die Haltung im Trainerteam hat sich verändert. Aus Wissen vermitteln ist Lernen begleiten geworden.
- Das Trainerteam kennt nicht nur die Methoden, sondern den Grund für ihre Reihenfolge. Deshalb kann es reagieren, wenn eine Gruppe anders läuft als geplant.
- Aus zwei Modulen ist eine Methodenentscheidung geworden. Erfahrungsorientiertes Lernen soll die didaktische Linie der Akademie werden.
Die Module laufen, und sie laufen ohne uns. Genau darauf war die Zusammenarbeit angelegt. Wir haben nicht zwei Seminare geliefert, sondern mit dem Trainerteam eine Arbeitsweise aufgebaut, die es selbst weiterträgt. Die Erfahrung aus dem Einsatzdienst war immer da. Was gefehlt hat, war das Handwerk, aus dieser Erfahrung Lernen zu machen. Das ist jetzt im Haus und bleibt dort, auch wenn wir längst wieder weg sind.
Boris Topol
Nicht die einzige Ausbildung, die wir mit aufgebaut haben.
Über drei Jahre wurde gemeinsam mit dem IdF NRW die Ausbildung zum Dozenten an Feuerwehrschulen neu entwickelt. Nicht ein Modul, nicht ein Lehrgangstag, sondern die vollständige Qualifizierung derer, die an Feuerwehrschulen unterrichten. Das Institut ist die zentrale Ausbildungseinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen für den Feuerwehrdienst, und was dort im Unterricht passiert, wirkt in die Feuerwachen des ganzen Landes hinein.
Die Aufgabe war eine andere als in Berlin. Dort ging es um Führungskräfte, hier um Lehrende. Wer selbst unterrichtet, hat gelernt, wie man Stoff vermittelt, und nur selten, wie Menschen lernen. Genau diese Lücke schließt die Ausbildung. Sie behandelt nicht Feuerwehrtechnik, sondern die Frage, wie Feuerwehrtechnik so vermittelt wird, dass sie unter Belastung abrufbar bleibt.
Über 180 Zeitstunden hinweg durchlaufen die künftigen Dozenten dieselben Schritte, die sie später selbst gestalten sollen. Sie erleben Methoden, bevor sie sie einordnen. Sie unterrichten unter Beobachtung, bevor sie vor einem echten Lehrgang stehen. Und sie bekommen Rückmeldung nicht auf ihre Person, sondern auf ihre didaktischen Entscheidungen.
Warum das über drei Jahre lief und nicht über drei Monate: Ein Curriculum dieser Größe entsteht nicht am Stück. Jeder Durchgang liefert Erkenntnisse, die in den nächsten einfließen. Das Institut hat diesen Weg mitgetragen, statt auf eine schnelle Lösung zu drängen. Das Ergebnis wird heute über Nordrhein-Westfalen hinaus genutzt.
Zwei Wege, an dieser Stelle weiterzulesen.
Der eine, wenn ihr eure Ausbilder stärken wollt. Der andere, wenn ihr wissen wollt, ob euer Konzept trägt, bevor ihr es ausrollt.
Zum Einsatz Campus
Zum Didaktik-Audit
Was uns Akademien und Ausbildungsleitungen fragen.
Die ersten fünf Fragen kommen aus der Gefahrenabwehr, die letzten drei stellt uns fast jede Organisation. Wenn deine nicht dabei ist, stell sie uns direkt.
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Ja, und das ist der häufigere Fall. In Berlin gab es für personalverantwortliche Führung bis dahin keine durchgängige Qualifizierung. Die Inhalte kommen von euch, ihr kennt euren Dienst. Wir bringen die didaktische Struktur mit und sorgen dafür, dass daraus Module werden, die im Alltag ankommen und nicht nur formal vollständig sind.
Ja. In Berlin war genau das die schwierigste Aufgabe. Themen wie Sexismus, Rassismus und Radikalisierung lassen sich nicht frontal unterrichten, weil im Raum alle wissen, welche Antwort erwartet wird. Es braucht einen vorbereiteten, geschützten Rahmen, in dem die Auseinandersetzung tatsächlich stattfindet statt abgefragt zu werden.
Im Gegenteil, das ist euer größter Vorteil. Führungserfahrung aus dem Einsatzdienst sorgt im Seminarraum für Augenhöhe, die kein externer Trainer mitbringt. Didaktisches Handwerk lässt sich lernen, Glaubwürdigkeit im Dienst nicht. Deshalb arbeiten wir mit eurem Team und ersetzen es nicht.
Ja, und das ist der Normalfall in diesem Feld. Die Vorgabe sagt, was erreicht werden muss. Sie sagt nicht, wie unterrichtet wird. Genau dort liegt der Unterschied zwischen einem Lehrgang, der abgehakt wird, und einem, der im Dienst trägt.
Bei der Berliner Feuerwehr wurde die Leistung als Direktvergabe geprüft und vergeben. Die Begründung: Didaktisches Konzept, Curriculumverfahren und die eingesetzten Lernmaterialien bilden ein System, das sich nicht in Einzelteile zerlegen und getrennt beschaffen lässt. Für die flipstark Stoffchart® bestehen zudem eine Patentanmeldung und urheberrechtlicher Schutz. Für eure Beschaffungsstelle stellen wir eine schriftliche Leistungsbeschreibung bereit, die diese Begründung trägt. Sprich uns im Erstgespräch darauf an, dann bekommt ihr die Unterlagen, bevor das Verfahren startet.
Das hängt vom Umfang ab. Ein Didaktik-Audit dauert wenige Wochen. Zwei Module vollständig aufzubauen und die Einführung zu begleiten, dauerte in Berlin rund sieben Monate, weil die Fachleute im Haus mitarbeiten und das neben dem Dienst passiert. Im Erstgespräch sagen wir dir, in welchem Rahmen sich dein Vorhaben bewegt.
Ein Teil geht. Die drei Leistungen bauen aufeinander auf, sind aber einzeln beauftragbar. Viele fangen mit dem Didaktik-Audit an und entscheiden danach, wie weit sie gehen. Ein Audit zeigt auch, was bleiben kann.
Nichts, und das ist so gewollt. Was wir entwickeln, gehört euch. Curriculum und Trainingsleitfäden könnt ihr intern weitergeben, anpassen und ausweiten. Deshalb binden wir euer Trainerteam von Anfang an ein. Ohne dieses Wissen im Haus bleibt das Konzept an uns hängen.
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