Der erste Tag prägt drei Jahre.
KIT, Karlsruher Institut für Technologie
Rund 100 neue Auszubildende, über 25 Berufe, ein Tag. Konzipiert, durchgeführt und moderiert nach den sechs Schritten der Emotionalen Didaktik. Nicht im Hörsaal, sondern in einer Halle, in der hundert Menschen gleichzeitig ins Handeln kommen. Ohne einen einzigen Vortrag.
- Trainingsdesign für den Tag
- Lernprojekte für Großgruppen
- Materialentwicklung
- Durchführung und Moderation
- Rund 100 neue Auszubildende und dual Studierende
- Aus über 25 Berufen, verteilt auf zwei Campus
Es sollte kein Spaßtag werden.
Das KIT ist einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region. Rund 370 Ausbildungsplätze in über 25 Berufen, jedes Jahr etwa 115 junge Menschen, die neu anfangen. Sie verteilen sich auf zwei Campus, auf Werkstätten, Labore und Büros. Nach dem ersten Tag begegnen sich die meisten von ihnen kaum wieder.
Für den Start gab es eine Onboarding-Woche mit allem, was gesagt werden muss: Arbeitssicherheit, Rechte und Pflichten, Entgelt, Campustour. Notwendig, aber Information. Ein Tag darin sollte etwas anderes leisten.
Die Ausbildungsabteilung wollte keinen Unterhaltungstag. Es ging um die Bedingungen gelingender Ausbildung. Was muss ich selbst mitbringen? Was wünsche ich mir vom KIT? Und vor allem: Wie lege ich die Haltung ab, die ich aus der Schule mitbringe, in der jemand anderes für mein Lernen zuständig war?
Solche Fragen lassen sich nicht vortragen. Wer am ersten Tag neu ist, prüft zuerst etwas ganz anderes: Bin ich hier willkommen, und kann ich mich zeigen, ohne mich zu blamieren? Ohne diese Sicherheit beteiligt sich niemand. Erst danach wird ein Tag zu dem, was er sein soll.
Was wir gemacht haben.
Ein Tag mit hundert Menschen verzeiht keine Improvisation. Deshalb steckt der größere Teil der Arbeit vor dem Tag.
Hundert Leute, niemand am Rand.
- Rund hundert Auszubildende waren den ganzen Tag in Bewegung und in Aufgaben. Kein Publikum, keine hintere Reihe.
- Die sozialen Kompetenzen, um die es ging, wurden erst gebraucht und dann benannt. In dieser Reihenfolge bleiben sie hängen.
- Menschen aus über 25 Berufen haben zusammengearbeitet, bevor sie in ihre getrennten Bereiche gegangen sind.
- Der Tag hat nicht erklärt, dass Ausbildung Eigeninitiative braucht. Er hat sie eingefordert.
- Die Rückmeldung der Projektgruppe am Abend war eindeutig, sie steht unten im Zitat.
- Ein Format dieser Größe ist planbar. Was hier funktioniert hat, lässt sich auf andere Jahrgänge und Häuser übertragen.
Große Gruppen gelten als Grund, warum etwas nicht geht. Zu viele Menschen, zu wenig Platz, zu unterschiedliche Voraussetzungen, also Vortrag. Dieser Tag zeigt das Gegenteil. Hundert Menschen sind kein Hindernis für erfahrungsorientiertes Lernen, sondern seine beste Voraussetzung. Man braucht nur den passenden Raum, ein Team, das ihn führen kann, und Aufgaben, die ohne die anderen nicht lösbar sind.
Bettina Auer
Große Gruppe. Und das Gegenteil davon.
Die BAM prüft, forscht und berät zum Schutz von Mensch, Umwelt und Sachgütern. Rund 1.550 Menschen arbeiten dort in elf Abteilungen: Chemikerinnen, Physiker, Werkstoffwissenschaftlerinnen, Ingenieure. Fachleute für zerstörungsfreie Prüfung, für chemische Sicherheitstechnik, für Gefahrgutbehälter, für Referenzmaterialien. Menschen, die in ihrem Gebiet zur nationalen Spitze gehören.
Genau darin lag die Aufgabe. Wer promoviert hat, hat gelernt zu forschen, nicht zu unterrichten. Trotzdem stehen diese Fachleute in der BAM-Akademie regelmäßig vor Gruppen und sollen weitergeben, was sie können. Auf diesem Feld waren sie keine Expertinnen und Experten, und das wussten sie selbst am besten.
Deshalb ist eine didaktische Einzelbegleitung entstanden, online, in Sitzungen von neunzig Minuten. Die Themen kamen aus der eigenen Lehrpraxis: Haltung und Persönlichkeit der Lehrperson, die Rolle von Emotionen beim Lernen, didaktische Reduktion, der Aufbau von Trainingsleitfäden, Transfer in die echte Welt und der Umgang mit herausfordernden Teilnehmenden.
Der rote Faden war ein anderer Weg als PowerPoint. Nicht weil Folien verboten wären, sondern weil sie fast immer das einzige Werkzeug sind, das jemand kennt, der nie Didaktik gelernt hat. Es ging um Alternativen: komplexe Sachverhalte visuell zugänglich machen, Inhalte auf das Wesentliche reduzieren, Menschen ins Tun bringen statt ins Zuhören. Alles an eigenen Fachthemen erprobt, nicht an Beispielen.
Warum Einzelbegleitung und nicht ein Seminar für alle: Wer seit Jahren unterrichtet, hat sein eigenes Muster. Vor Kolleginnen und Kollegen arbeitet niemand gern an der eigenen Unsicherheit. Vier Augen sind an dieser Stelle mehr wert als zwanzig.
Zwei Wege weiter.
Zum Trainingsdesign
Zur Curriculum-Entwicklung
Was uns Ausbildungsabteilungen fragen.
Die ersten vier Fragen kommen von Häusern, die viele Menschen gleichzeitig aufnehmen. Die letzten drei stellt uns fast jeder.
Deine Frage ist nicht dabei? Schreib uns oder buch dir ein kostenloses Erstgespräch.
Ja, und in mancher Hinsicht sogar besser als mit zwölf. Große Gruppen erzeugen Dynamik, die kleine nicht haben. Was sich ändert, ist die Vorbereitung: Aufgaben müssen ohne lange Erklärung verstanden werden, Material muss für alle gleichzeitig da sein, und es braucht ein Team, das den Raum führen kann. In Karlsruhe waren wir zu viert.
Für Information ja, für Erfahrung nein. In Sitzreihen bleiben Menschen Publikum, das ist keine Frage des Willens, sondern der Möbel. Für den Tag am KIT sind wir in eine Sporthalle gegangen. Turnhallen, Foyers, Werkshallen und Mensen funktionieren gut. Der Raum ist der erste Schritt unserer Methode, nicht die Kulisse.
Es ist der Gewinn. Am KIT waren über 25 Berufe im Raum, von der Tierpflege bis zur Werkfeuerwehr. Genau diese Mischung macht sichtbar, wie viele Rollen ein Haus braucht und wie sehr die Bereiche voneinander abhängen. Aufgaben, die man allein nicht lösen kann, machen daraus eine Erfahrung statt einer Aussage.
Rechne mit etwa drei Monaten. Der Tag selbst ist der kleinere Teil. Davor stehen die Klärung der Ziele, das Design der Lernprojekte, die Materiallogistik für hundert Menschen und die Abstimmung mit dem Haus. Wer vier Wochen vorher anfragt, bekommt von uns eine ehrliche Antwort.
Beides ist möglich. Am KIT haben wir konzipiert, durchgeführt und moderiert. Bei anderen Auftraggebern entwickeln wir mit dem internen Team und übergeben danach. Was besser passt, hängt davon ab, ob ihr das Format einmal braucht oder jedes Jahr.
Ein Teil geht. Am KIT war es genau so: Ein Tag der Woche wurde neu gedacht, der Rest blieb, wie er war. Das ist oft der beste Einstieg, weil sich der Unterschied im direkten Vergleich zeigt.
Was wir entwickeln, gehört euch. Konzept und Materialien könnt ihr intern weitergeben und im nächsten Jahrgang wieder verwenden. Wenn ihr wollt, begleiten wir den zweiten Durchgang. Nötig ist es nicht.
Viele Menschen, ein Tag, echte Wirkung?
30 Minuten, direkt mit Michael Kobbeloer. Kein Vertrieb, kein Callcenter.


Methodenfeuerwerk I
Methodenfeuerwerk II
Methodenfeuerwerk Führung
Methodenfeuerwerk Meeting
Didaktik Masterclass
Exzellenz-Ausbildung









