Fallbeispiel · Gesundheitswesen

Erst selbst lernen. Dann anders unterrichten.

Klinikum Bad Hersfeld, Institut für Gesundheitsberufe

Zwei Jahre Emotionale Didaktik für das Lehrkräfteteam. Nicht als Fortbildung nebenbei, sondern als schrittweiser Umbau dessen, was im Haus unter Lernen verstanden wird.

Pflegekräfte stehen um ein Krankenbett mit einer Miniaturszene
Symbol Gebäude
Auftraggeber
Klinikum Bad Hersfeld GmbH, Institut für Gesundheitsberufe
Symbol Schild
Feld
Gesundheitswesen. Qualifizierung der Lehrkräfte in der Ausbildung von Gesundheits- und Pflegeberufen
Symbol Kalender
Dauer und Umfang
Rund zwei Jahre, vier Bausteine mit mehreren Trainingstagen. Ein Lehrkräfteteam von rund dreizehn Personen
Symbol Haken
Leistung
Symbol zwei Figuren
Zielgruppe
Symbol Stern
Besonderheit
Das Institut wollte Lernen im eigenen Haus grundsätzlich neu gestalten, nicht einzelne Stunden verbessern. Der Antrieb dahinter: Wer eine gute Lernkultur hat, gewinnt auch gutes Personal.
Ausgangslage

Sie wollten nicht besser unterrichten. Sie wollten Lernen neu denken.

Das Institut für Gesundheitsberufe bildet im eigenen Haus aus. Die Lehrkräfte kommen aus der Praxis: erfahrene Fachkräfte mit pädagogischer Zusatzqualifikation, die wissen, wovon sie sprechen, weil sie es selbst gemacht haben. Fachlich fehlte nichts.

Der Anstoß kam trotzdem, und zwar ohne Not. Das Institut wollte neue Impulse und war bereit, Didaktik grundsätzlich neu zu denken. Dahinter stand eine Einsicht, die in der Pflege selten so klar ausgesprochen wird: Gutes Personal gewinnt man nicht nur über Stellenanzeigen, sondern auch darüber, wie sich eine Ausbildung anfühlt. Wer gern gelernt hat, bleibt eher.

Dafür musste sich verschieben, was im Haus unter Lernen verstanden wird. Solange Lernen Wissensvermittlung bedeutet, ändert sich an einem Unterricht nichts Grundsätzliches, egal wie gut die Folien werden. Es ging also nicht um bessere Vermittlung, sondern um einen anderen Begriff von Lernen.

Und noch etwas war klar: Eine Lehrkraft ändert ihren Unterricht nicht auf Ansage. Sie muss selbst erlebt haben, dass es anders geht, und zwar in der Rolle der Lernenden. Deshalb wurde daraus kein Vortrag über neue Didaktik, sondern ein Weg über zwei Jahre.

Eine Lehrkraft schüttet Blätter in einen Trichter, Auszubildende sitzen daneben und hören zu
Die Frage, die den Unterschied macht
Wie vermitteln wir den Stoff besser?
Was müssen unsere Lehrkräfte selbst erlebt haben, damit sich Unterricht verändert?
Vorgehen

Vier Bausteine über zwei Jahre.

Nicht als Block am Stück, sondern mit Abstand dazwischen. Zwischen den Bausteinen liegt der Alltag, in dem das Neue ausprobiert wird. Was dort trägt, bleibt. Was nicht trägt, kommt beim nächsten Mal auf den Tisch.

1
Erfahrungsorientiertes Lernen erleben
Der Einstieg war ein Toolworkshop, in dem das Team selbst in die Rolle der Lernenden ging. Aufgaben, die sich nur gemeinsam lösen lassen, danach die Auswertung: Was ist gerade passiert, welche Gefühle waren im Raum, und was davon hat das Lernen gefördert oder verhindert? Erst danach kam die Einordnung. Diese Reihenfolge ist der Kern der Emotionalen Didaktik, und sie wurde hier nicht erklärt, sondern durchlaufen.
2
Das Methodenfeuerwerk
Ein Repertoire für Einstieg, Vertiefung und Transfer. Nicht als Sammlung zum Nachlesen, sondern jede Methode einmal selbst durchlaufen, immer mit der doppelten Perspektive: Wie fühlt sich das als Lernender an, und wo setze ich das nächste Woche im eigenen Unterricht ein?
3
Visualisierung für den Unterricht
Ein ganzer Tag an stehenden Arbeitsflächen, für jede Lehrkraft eine eigene. Gearbeitet wurde nicht an Beispielen, sondern an mitgebrachten Unterrichtsthemen. Wer am Ende des Tages sein eigenes Schaubild in der Hand hält, nimmt etwas mit, das am Montag im Klassenraum hängt.
4
Teamentwicklung mit LEGO® SERIOUS PLAY®
Zum Abschluss ging es nicht mehr um Methoden, sondern um das Team selbst. In gebauten Modellen entstanden Antworten auf Fragen, die sonst in Diskussionen versanden: Was ist ein gesundes Team? Wie verändert sich unsere Ausbildung? Wer ein Modell baut, kann nicht ausweichen, und alle sehen dasselbe vor sich liegen.
Eingesetzte flipstark® Materialien
Ergebnis

Am Montag lag es schon im Klassenraum.

Der schnellste Beleg für Wirkung ist nicht der Feedbackbogen. Es ist der Montag danach. Wenn Kolleginnen und Kollegen ohne Absprache anfangen, das Neue auszuprobieren, hat ein Training nicht überzeugt, sondern etwas ausgelöst. Genau das ist in Bad Hersfeld nach jedem Baustein passiert, und genau deshalb wurden aus zwei Tagen zwei Jahre.

Lehrkraft und Auszubildende arbeiten am Boden an einer Papierbahn mit Organzeichnungen
Zitat-Symbol: Anführungszeichen in Sprechblase
„Da komme ich heute doch in die Schule und sehe, dass meine Kollegen schon die neuen Methoden ausprobieren. Das ist mal eine schnelle Umsetzung.“

Clemens Philipp

Lehrer für Pflegeberufe, Institut für Gesundheitsberufe, Klinikum Bad Hersfeld
Weitere Referenz im selben Feld

Zwei Tage. Gleiche Frage.

Akademie für Gesundheit der Main-Kinzig-Kliniken

An der Akademie für Gesundheit der Main-Kinzig-Kliniken lief dieselbe Frage in kürzerer Form: zwei Tage mit dem Lehrkräfteteam einer Pflegeschule, unter dem Titel Lernvitamin Emotion für meinen Klassenraum. Es ging um die Bedeutung von Emotionen für gelingende Lernprozesse, um das Klima im Klassenraum und um die Frage, welche Wertehaltung Lehrende eigentlich mitbringen.

Eine Übung von diesen zwei Tagen erklärt das Prinzip besser als jede Beschreibung. Zwei Gruppen bekommen dieselbe Aufgabe, etwas zu bauen, das fliegt. Die eine arbeitet nach einer festen schriftlichen Anleitung, die andere völlig frei mit allem, was auf dem Tisch liegt. Beide Gruppen halten anschließend fest, wie sie sich dabei gefühlt haben und welche Fähigkeiten sie gebraucht haben. Danach stehen zwei Wände nebeneinander, und der Unterschied ist nicht mehr zu bestreiten. Über Kompetenzorientierung muss danach niemand mehr diskutieren.

Der zweite Tag ging vom Klassenraum in die Haltung: lösungsorientierte Sprache, der Umgang mit Beschämung, und die Frage, was ein Lernteam braucht, um sich sicher zu fühlen. Psychologische Sicherheit ist kein weiches Thema, sie ist die Bedingung dafür, dass jemand im Unterricht überhaupt etwas riskiert.

Warum zwei Tage hier reichten und in Bad Hersfeld zwei Jahre nötig waren: Es ist ein Unterschied, ob ein Team neue Methoden kennenlernen will oder ob eine ganze Einrichtung ihren Begriff von Lernen verändern soll. Beides ist ein sinnvoller Auftrag. Man sollte nur nicht das eine buchen und das andere erwarten.

Thema
Emotionen in Lernprozessen, Klassenklima
Laufzeit
Zwei zusammenhängende Tage
Umfang
Ein Lehrkräfteteam einer Pflegeschule
Leistung
Konzeption und Durchführung
Methode
Emotionale Didaktik, erfahrungsorientiertes Lernen
Ergebnis
Methoden im Unterricht im Einsatz
Häufige Fragen

Was uns Ausbildungsstätten fragen.

Die ersten vier Fragen kommen aus Kliniken, Schulen und anderen Ausbildungsstätten im Gesundheitswesen. Die letzten drei stellt uns fast jeder.

Fragen aus dem Gesundheitswesen
Fragen zur Zusammenarbeit

Ihr bildet aus und wollt, dass es hängen bleibt?

Beschreib uns, wie bei euch unterrichtet wird und was danach anders sein soll. Wir sagen dir, wo wir ansetzen würden und ob sich der Aufwand lohnt. Auch wenn die Antwort nein lautet.

30 Minuten, direkt mit Michael Kobbeloer. Kein Vertrieb, kein Callcenter.