Einsteigen ohne Vorstellungsrunde
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
| Nr. | Methode | Wann | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | An der FühlBar | Beim Ankommen, vor dem Start | 10 bis 30 Minuten |
| 2 | Stärkengegenstand | Statt der Vorstellungsrunde | 15 bis 45 Minuten |
| 3 | Stempeluhr der Gefühle | Jeden Morgen und Abend | 2 Minuten täglich, über mehrere Tage |
| 4 | Mein rechter Platz | Zum Aufwärmen | 15 bis 30 Minuten |
| 5 | Werte in der Geschichte | Zum Einstieg ins Thema | 10 bis 30 Minuten |
Die klassische Vorstellungsrunde ist gut gemeint. Sie soll Fremdheit abbauen. Im Raum passiert oft das Gegenteil. Jeder wartet, bis er dran ist, und legt sich im Kopf seinen Satz zurecht. Wer gerade spricht, hat kaum Zuhörer, denn die anderen proben. Und alle vergleichen: Wer hat den größeren Titel, die größere Firma, die klügere Erwartung? Wer als Letzter dran ist, hat die längste Wartezeit mit der höchsten Anspannung.
Genau das trifft den Innenring von Schritt 1. Deine Lerngäste bringen Skepsis, Anspannung und Fremdheit mit. Deine Aufgabe ist Sicherheit. Was sie zerstört, sind Angst, Misstrauen und Widerwille. Eine Runde, in der jeder vor allen eine Rolle abliefert, erhöht die Anspannung.
Die fünf Methoden hier setzen an drei Stellen an. Deine Lerngäste haben etwas in der Hand, bevor sie sprechen: ein Wort, einen Gegenstand, eine Geschichte. Sie sprechen über etwas, nicht über ihren Status. Und sie kommen in Bewegung oder ins Gespräch zu zweit, bevor die ganze Gruppe zuhört. Die Namen regelst du nebenbei, zum Beispiel mit Namensschildern: vorne der Name, hinten drei eigene Ziele für den Tag.
1An der FühlBar
- Dauer
- 10 bis 30 Minuten
- Gruppe
- 6 bis 16
- Material
- Emotionscanner® zum Aufhängen, zwei Pinnwände, Papier, Stifte
- Schritt
- 1 Vorbereiten
- Vorbereitung
- Pinnwände mit Tabelle und Fragen aufbauen
Die FühlBar gibt deinen Lerngästen vom ersten Moment an etwas zu tun. Wer ankommt, wartet nicht stumm auf den Beginn, sondern schreibt, liest und kommt ins Gespräch.
- Häng den Emotionscanner® an eine Pinnwand. Daneben kommt eine zweite Wand mit Papier und einer Tabelle: Vornamen als Spalten, Fragen als Zeilen. Überschrift: An der FühlBar.
- Die Fragen: Ein Gefühl, das ich schon immer mal fühlen wollte? Welches Gefühl hat mein Leben verändert? Welches Gefühl verbindet mich mit anderen? Welchen Vorteil hat Wut? Beim Thema heute fühle ich mich …
- Wer ankommt, geht an die FühlBar, sucht auf dem Emotionscanner® und trägt seine Antworten ein.
- Deine Lerngäste lesen die Antworten der anderen und kommen ins Gespräch.
- Beim Start greifst du zwei oder drei Antworten auf.
Ein Gefühl, das du schon immer mal fühlen wolltest?
2Stärkengegenstand
- Dauer
- 15 bis 45 Minuten
- Gruppe
- 6 bis 10
- Material
- Ein Stärkenscanner® je Person, Gegenstände, die deine Lerngäste mitbringen
- Schritt
- 1 Vorbereiten
- Vorbereitung
- Lerngäste vorab bitten, einen Gegenstand mitzubringen
Diese Methode ersetzt die Vorstellungsrunde ganz. Statt Firma und Funktion erzählt jeder eine Geschichte zu einer eigenen Stärke. Die Gruppe lernt sich über Ressourcen kennen, nicht über Status.
- Bitte deine Lerngäste vorab, einen Gegenstand mitzubringen, der für eine ihrer Stärken steht. Oder sie suchen einen im Raum.
- Jeder legt seinen Gegenstand in die Mitte und sucht die passende Stärke auf dem Stärkenscanner®.
- Reihum erzählt jeder, warum dieser Gegenstand für diese Stärke steht. Zwei Minuten.
- Die anderen hören zu. Nachfragen ist erlaubt, Bewerten nicht.
- Zum Abschluss: Welcher Gegenstand hat dich überrascht?
Welcher Gegenstand steht für eine deiner Stärken?

3Stempeluhr der Gefühle
- Dauer
- 2 Minuten täglich, über mehrere Tage
- Gruppe
- Jede Größe
- Material
- Emotionscanner® Visual oder Classic zum Aufhängen, Stifte in zwei Farben
- Schritt
- 1 Vorbereiten
- Vorbereitung
- Scanner an einem Ort aufhängen, an dem alle vorbeikommen
Die Stempeluhr ist für Seminare über mehrere Tage, für Ausbildungsgruppen und für Teams. Jeder zeigt, mit welchem Gefühl er kommt, ohne dass die Gruppe zuhört.
- Häng den Emotionscanner® an einen Ort, an dem alle vorbeikommen. Im Seminar ist das die Wand neben der Tür, im Unternehmen der Flur der Abteilung.
- Daneben liegen Stifte. Eine Farbe für „Mit welchem Gefühl komme ich?“, eine für „Wie gehe ich nach Hause?“.
- Jeder markiert morgens und abends, mit einem Augenzwinkern und ernst gemeint.
- Nach ein paar Tagen schaut die Gruppe auf das Bild: Wo häufen sich die Markierungen? Verändert sich etwas zwischen morgens und abends?
- Die Gruppe bespricht, was sie daraus macht.
Mit welchem Gefühl kommst du, mit welchem gehst du?
4Mein rechter Platz
- Dauer
- 15 bis 30 Minuten
- Gruppe
- 8 bis 30
- Material
- Emotionscanner® Visual oder Classic für alle sichtbar
- Schritt
- 2 Öffnen
- Vorbereitung
- Stuhlkreis mit einem leeren Stuhl
Ein Spiel aus dem Kindergarten, das auch Erwachsene in Bewegung bringt. Es übt nebenbei die Namen und bringt Gefühle ins Gesicht statt in Worte. Für mutige Lernkomplizen auch im Führungskräfteseminar.
- Stell einen Stuhlkreis mit einem leeren Stuhl.
- Wer links neben dem leeren Stuhl sitzt, beginnt: Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich wünsche mir (Name) traurig, fröhlich oder ängstlich herbei.
- Die gerufene Person setzt sich auf den leeren Platz und zeigt das Gefühl dabei pantomimisch.
- Jetzt ist der Stuhl neben einer anderen Person frei, und sie wünscht sich jemanden herbei.
- Der Emotionscanner® hilft bei der Suche nach neuen Gefühlen, als Wort oder als Emoji.
Wie kommst du traurig, fröhlich oder ängstlich auf den Stuhl?
5Werte in der Geschichte
- Dauer
- 10 bis 30 Minuten
- Gruppe
- 1 bis 20
- Material
- Ein Wertescanner® je Person, eine Geschichte, Stifte in mehreren Farben
- Schritt
- 2 Öffnen
- Vorbereitung
- Geschichte auswählen und Pausen festlegen
Eine Geschichte führt ins Thema, bevor jemand über sich spricht.
- Lies eine Geschichte vor oder erzähl eine Situation aus dem Lernkontext, zum Beispiel einen Konflikt zwischen zwei Personen.
- Mach an zwei oder drei Stellen Pause. Deine Lerngäste markieren auf dem Wertescanner®, welche Werte gerade im Spiel sind. Jede Stelle bekommt eine andere Farbe.
- Nach der Geschichte: Welche Werte standen im Konflikt? Welcher hat gewonnen?
- Dann die Frage an jeden: Für welchen Wert hättest du dich entschieden?
- Austausch zu zweit, dann im Plenum.
Welche Werte stehen in dieser Geschichte im Konflikt?
Fachbeiträge und Methoden zu den Werkzeugen. Alle zwei Wochen, kein Verkauf.
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
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