Zehn Minuten Theorie
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
Erkläre nur, wonach deine Lerngäste nach dem Lernprojekt fragen, mit einer Kernaussage pro Block und einem Bild statt vieler Folien, und gib den Rest zum Nachlesen mit.
- Dauer
- 10 Minuten pro Block
- Wann
- Nach Lernprojekt und Auswertung
- Material
- Karten, Flipchart oder flipstark® Stoffchart, Handout
- Gruppe
- Jede Größe
Aufwand
Beim ersten Mal rund dreißig Minuten: Kernaussagen finden, das Bild skizzieren, den Rest ins Handout verschieben. Danach nutzt du dieselbe Fassung immer wieder.
Du kennst den Block, der länger wird
Folie 7, und du merkst, dass die Zeit nicht reicht. Du sprichst schneller. Folie 14, die ersten Blicke wandern zum Fenster. Folie 22, du überspringst drei Folien und sagst: „Das ist nicht so wichtig.“ Am Ende hast du alles gesagt, und deine Lerngäste wissen nicht mehr, worum es ging.
Das liegt nicht am Thema. Der Block war für jemanden gebaut, der alles wissen will. Im Raum sitzen Menschen, die etwas Bestimmtes wissen wollen.
Warum weniger hier mehr bringt
Nach dem Lernprojekt bringen deine Lerngäste Unklarheit, Wissbegier und Erwartung mit. Das ist Schritt 5 im Modell, und das Gefühl, das du auslöst, heißt Klarheit. Die Wissbegier ist dein Kapital. Sie gilt aber einer Frage aus dem Projekt, nicht deinem Foliensatz.
Theorie trifft, wenn sie die Antwort auf eine Frage ist, die schon im Raum steht. Alles andere hören deine Lerngäste, legen es ab und wenden es nicht an.
Dazu kommt die Portion. Kurze Abschnitte helfen nicht wegen einer Minutengrenze im Kopf. Sie helfen, weil ein Gedanke verarbeitet sein muss, bevor der nächste kommt. Ein Block endet deshalb nicht nach der Uhr, sondern nach dem Gedanken. Die zehn Minuten im Titel sind eine Planungsgröße, kein Naturgesetz.
Fünf Kürzungen
- Fragen sammeln und nur diese beantworten. Was keine Frage getroffen hat, wandert ins Handout.
- Eine Kernaussage pro Block. Prüffrage: Passt sie als ein Satz ans Chart? Wenn nicht, sind es zwei Blöcke.
- Ein Bild statt zehn Folien. Zeichne das Modell live ans Chart oder lege es auf dem flipstark® Stoffchart. Das Bild bleibt hängen, die Folie ist nach dem Klick weg.
- In Abschnitte teilen, mit kurzer Aktivierung dazwischen. Nach jedem Gedanken eine Minute zu zweit: „Wo war das bei uns im Projekt?“
- Den Rest als Material zum Nachlesen. Was du weglässt, ist nicht verloren. Es liegt im Handout, für die, die tiefer wollen.
Ich gehe das Modell einmal komplett durch, alle vier Stufen.
Ihr habt gefragt, warum die Übergabe gescheitert ist. Die Antwort steckt in Stufe zwei.
Vierundzwanzig Folien zum Thema
Ein Bild am Chart, das bis zum Abend hängen bleibt
Zwanzig Minuten am Stück erklären
Drei Abschnitte, dazwischen je eine Minute zu zweit
Das schaffen wir heute nicht mehr, ist auch nicht so wichtig.
Die anderen beiden Stufen stehen im Handout auf Seite zwei.
Ablauf
So machst du es. Sechs Schritte, ein Block.
- Nach der Auswertung schreibt jede Kleingruppe zwei Fragen auf Karten: Was wollt ihr jetzt wissen? Drei Minuten.
- Du hängst die Karten auf und sortierst sie laut. Was mehrfach vorkommt, kommt zuerst.
- Für jede Gruppe von Fragen schreibst du die Kernaussage als einen Satz ans Chart, bevor du erklärst.
- Du erklärst am Bild, nicht an der Folie. Zeig auf die Stelle, über die du gerade sprichst.
- Nach jedem Abschnitt eine Minute zu zweit: „Wo war das bei uns im Projekt?“ Dann der nächste Abschnitt.
- Zum Schluss zeigst du auf die Karten: Welche Frage ist noch offen? Was übrig bleibt, verweist du ins Handout oder in den nächsten Block.

Der Fehler, den fast alle machen
Du kürzt, indem du schneller sprichst. Gleicher Stoff, halbe Zeit. Das ist Überflutung im Zeitraffer.
Kürzen heißt weglassen, und das entscheidest du vor dem Seminar, nicht auf Folie 14. Prüffrage für jeden Inhalt: Hat jemand danach gefragt, oder brauchen sie ihn für die nächste Aufgabe? Lautet die Antwort zweimal nein, kommt er ins Handout.
Wogegen es hilft
Überflutung, Enttäuschung, Abschalten. Zu viel Stoff überflutet, eine eigene Frage, die im Foliensatz untergeht, enttäuscht, und Gedanke auf Gedanke ohne Pause lässt abschalten. Fragen als Gerüst, eine Kernaussage pro Block und die Minute zu zweit setzen an allen drei Stellen an.
Fachbeiträge und Methoden zu den Werkzeugen. Alle zwei Wochen, kein Verkauf.
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
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