Sitzordnung in fünf Minuten ändern
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
Bau den Raum zwischen zwei Phasen so um, dass die Möbel dieselbe Aufgabe stellen wie du.
- Dauer
- 5 Minuten
- Wann
- Zwischen zwei Phasen, am besten direkt vor oder nach einer Pause
- Material
- Bewegliche Tische und Stühle, Klebepunkte für den Boden
- Gruppe
- 8 bis 30 Personen
Aufwand
Zehn Minuten am Morgen. Du gehst den Raum ab, prüfst, was sich bewegen lässt, und markierst mit Klebepunkten auf dem Boden, wo später die Inseln stehen. Auf einer Karte notierst du, welche Phase welche Ordnung bekommt.
Die Szene, die du kennst
Du sagst: „Jetzt tauschen Sie sich bitte in Vierergruppen aus.“ Die Gruppe sitzt in Reihen. Zwei drehen sich halb nach hinten, einer beugt sich über die Lehne, der Vierte hört zu, ohne etwas zu sagen. Nach fünf Minuten fragst du nach Ergebnissen, und es kommt wenig. An der Gruppe liegt das nicht. Die Stühle haben gesagt: Schaut nach vorn.
Die Ordnung folgt der Aufgabe
Reihen sind nicht schlecht. Für Einzelarbeit sind sie gut, weil jeder für sich bleibt. Für Austausch sind Inseln besser, für die Auswertung der Kreis. Schlecht ist nur eine Ordnung, die der Aufgabe widerspricht.
| Aufgabe | Ordnung |
|---|---|
| Einzelarbeit, Schreiben, Nachdenken | Reihen oder Tische nebeneinander |
| Austausch in Kleingruppen | Inseln mit vier bis sechs Plätzen |
| Auswertung in der ganzen Gruppe | Stuhlkreis ohne Tische |
| Kurze Arbeit am Material | Stehtische oder Wände mit Charts |
Ablauf. Drei Umbauten
1. Von Reihen zu Inseln
Je zwei Tische Stirn an Stirn, die Stühle drumherum. Die Klebepunkte vom Morgen zeigen, wo. Dein Satz dazu: „Jeweils zwei Tische zusammen, so wie die Punkte am Boden. Vier bis sechs Leute pro Insel.“ Du fängst selbst mit dem ersten Tisch an. Die anderen machen mit, ohne dass du erklärst, warum.
2. Stuhlkreis ohne Tische
Die Tische kommen an die Wand, die Stühle in die Mitte. Kein Tisch heißt: Niemand versteckt sich hinter Laptop oder Unterlagen. Dein Satz: „Alle Tische bitte an die Wand. Jeder nimmt seinen Stuhl mit in die Mitte.“ Mit allen Händen dauert das drei Minuten. Nimm überzählige Stühle aus dem Kreis. Eine Lücke sehen alle.
3. Stehtische
Stehen verändert ein Gespräch. Es wird kürzer und beweglicher. Wenn das Haus Stehtische hat, holst du zwei oder drei herein, legst Material darauf und nimmst die Stühle weg. Ohne Stehtische nimmst du die Wände: An jedes Chart kommt eine Gruppe mit Stiften. Dein Satz: „Die nächsten fünfzehn Minuten arbeiten wir im Stehen. Jede Gruppe sucht sich ein Chart.“

Ohne Ankündigung
Du fragst nicht, ob die Gruppe umbauen will, und du erklärst nicht, warum. Ein Satz zum Was, du fasst selbst an, fertig. Noch leiser geht es in der Pause: Du baust um, während alle draußen sind. Wer zurückkommt, sieht sofort, dass jetzt etwas Neues beginnt.
Der Fehler, den fast alle machen
Der Raum wird am Morgen einmal aufgebaut und bleibt dann so. Für die Einzelarbeit um zehn passt er, für den Austausch um elf schon nicht mehr. Die zweite Falle: Der Stuhlkreis ohne Tische gleich zu Beginn, mit einer Gruppe, die sich noch fremd ist. Ohne Tisch fehlt jede Deckung. Setz den Kreis ein, wenn die Gruppe schon etwas zusammen erlebt hat, also zur Auswertung.
Wogegen es hilft
Angst, Misstrauen, Widerwille. Der Tipp gehört zu Schritt 1, Vorbereiten, und löst Sicherheit aus. Wenn Raum und Auftrag dasselbe sagen, muss niemand raten, was gerade gilt. Und wer mit anfasst, macht den Raum ein Stück zu seinem eigenen.
Fachbeiträge und Methoden zu den Werkzeugen. Alle zwei Wochen, kein Verkauf.
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
Fachbeiträge und Methoden zu den Werkzeugen. Alle zwei Wochen, kein Verkauf.


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