Transfersicherung in 10 Minuten
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
Lass deine Lerngäste am Ende keinen Vorsatz formulieren, sondern einen Wenn-dann-Satz mit einer konkreten Situation darin.
- Dauer
- 10 Minuten
- Wann
- Letzter Block
- Material
- Karten und Stifte
- Gruppe
- Jede Größe
Aufwand
Fünf Minuten Vorbereitung. Du legst für jeden Lerngast eine Karte im Format einer Postkarte und einen Stift bereit und hältst ein leeres Chart für das Muster frei.
Die Schlussrunde
Du kennst die Schlussrunde. Jeder sagt, was er mitnimmt. „Ich will besser zuhören.“ „Ich nehme mir vor, mehr Fragen zu stellen.“ „Ich möchte offener sein.“ Alle nicken, alle fahren nach Hause, und vier Wochen später ist nichts davon passiert.
Das liegt nicht an fehlendem Willen. Es liegt daran, dass diese Sätze keine Situation enthalten, in der sie greifen. Ein Vorsatz ohne Auslöser wartet auf einen Moment, der nie ausgerufen wird. Niemand steht im Alltag auf und denkt: Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, besser zuzuhören.
Warum der Wenn-dann-Satz das ändert
Ein Wenn-dann-Satz baut die Situation ein. Er legt fest, woran deine Lerngäste merken, dass jetzt der Moment ist. Damit muss im Alltag niemand mehr entscheiden, ob es gerade passt. Die Entscheidung ist vorher gefallen.
Der Unterschied liegt allein in der Formulierung. Der Inhalt bleibt derselbe.
Ich will besser zuhören.
Wenn jemand mir widerspricht, dann frage ich zuerst nach, bevor ich antworte.
Ich nehme mir vor, mehr zu delegieren.
Wenn eine Aufgabe länger als eine Stunde dauert, dann prüfe ich vorher, wer sie außer mir machen kann.
Ich möchte im Meeting öfter nachfragen.
Wenn ich etwas nicht verstanden habe, dann sage ich es, bevor der Tagesordnungspunkt gewechselt wird.
Ablauf. So machst du es
Sechs Schritte, zehn Minuten.
- Jeder bekommt eine Karte und einen Stift. Zwei Minuten.
- Du schreibst das Muster groß ans Chart: Wenn … dann … Nur diese zwei Worte, sonst nichts.
- Jeder schreibt genau einen Satz. Nicht drei. Einer, der wirklich passiert.
- Zweiergespräche, drei Minuten. Der Partner hat eine einzige Aufgabe: prüfen, ob im Wenn-Teil eine echte Situation steht und keine Absicht.
- Wer will, liest seinen Satz vor. Freiwillig, nicht reihum.
- Die Karte kommt in die Jackentasche, nicht in den Seminarordner. Ordner werden nicht mehr geöffnet.

Der Fehler, den fast alle machen
Der Wenn-Teil wird zur zweiten Absicht. „Wenn ich mir Zeit nehme, dann höre ich besser zu.“ Das ist kein Auslöser, das sind zwei Vorsätze hintereinander.
Deshalb ist Schritt 4 nicht optional. Die Prüfung im Zweiergespräch ist der Teil, der die Qualität sichert. Sie kostet drei Minuten und rettet die anderen sieben.
Eine klare Prüffrage für die Paare: Kann eine andere Person im Raum sehen, dass die Situation gerade eingetreten ist? Wenn nein, steht im Wenn-Teil keine Situation.
Wogegen es hilft
Ohnmacht, Entmutigung, Alleinsein. Der Tipp gehört zu Schritt 6, Übertragen, und löst Zuversicht aus. Ein Vorsatz ohne Situation lässt deine Lerngäste im Alltag allein mit der Frage, wann der Moment gekommen ist. Der Wenn-dann-Satz nimmt ihnen diese Entscheidung ab, und das Zweiergespräch zeigt jedem: Eine andere Person hat meinen Satz gehört und für tragfähig befunden.
Fachbeiträge und Methoden zu den Werkzeugen. Alle zwei Wochen, kein Verkauf.
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
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