Werte in den Alltag mitnehmen. Sechs Methoden mit dem Wertescanner®
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
| Nr. | Methode | Wann | Dauer |
|---|---|---|---|
| 1 | Kraftquelle Wert | Vor dem Abschluss | 10 bis 15 Minuten |
| 2 | Werte heute, Werte morgen | Vor dem Abschluss | 15 bis 30 Minuten |
| 3 | Werte im Tagesablauf | Vor dem Abschluss | 10 bis 20 Minuten |
| 4 | Werte-Woche | Nach dem Seminar | 5 bis 10 Minuten am Abend, eine Woche lang |
| 5 | Erinnerung aufs Handy | Nach dem Seminar | 2 bis 5 Minuten, ein- bis dreimal am Tag |
| 6 | Ein Wert zum Abschied | Am Schluss | 10 bis 20 Minuten |
Der Weg zurück in den Alltag
Wer seine Werte kennt, handelt im Alltag danach. Das ist der Gedanke hinter dem Wertescanner®. Der zweite Teil des Satzes passiert nicht im Seminar. Er passiert am Schreibtisch, im Gespräch mit dem Chef, am Feierabend.
Deshalb gehören diese Methoden in Schritt 6, das Übertragen. Am Ende eines Seminartags bringen deine Lerngäste Zweifel, Bedenken und Müdigkeit mit. Sie fragen sich, ob das im Alltag hält. Deine Aufgabe ist, Zuversicht auszulösen. Was den Transfer zerstört, sind Ohnmacht, Entmutigung und Alleinsein.
Gegen jedes dieser drei Gefühle steht hier eine Antwort. Gegen Ohnmacht hilft ein Wert, der Kraft gibt, und eine erste Handlung, die in der eigenen Hand liegt. Gegen Entmutigung hilft ein ehrlicher Blick auf den Tag: Wo lebe ich meine Werte schon? Gegen Alleinsein hilft, was den Wert nach dem Seminar begleitet: eine Woche mit dem Wertescanner®, eine Erinnerung im Handy, eine Karte in der Tasche.
Ein Vorsatz wie „Ich will mehr Gelassenheit“ trägt selten bis Mittwoch. Ein Plan mit Situation und Handlung trägt weiter. Wie du ihn formulierst, steht im Fachbeitrag „Wenn-dann-Pläne statt guter Vorsätze“.
1Kraftquelle Wert
- Dauer
- 10 bis 15 Minuten
- Gruppe
- Jede Größe
- Material
- Wertescanner®, nach Wunsch ruhige Musik
- Schritt
- 6 Übertragen
- Vorbereitung
- Ruhige Plätze im Raum oder draußen
Der Einstieg in den Transfer. Bevor es um Vorhaben geht, sucht jeder den einen Wert, der ihm Halt gibt, wenn es schwierig wird.
- Bitte deine Lerngäste, sich einen ruhigen Platz zu suchen. Ein paar Minuten Stille, wenn möglich.
- Der Auftrag: Such auf dem Wertescanner® den Wert, der dir Halt gibt, wenn es schwierig wird. Den Wert, für den du weitermachst.
- Jeder markiert genau einen Wert.
- Dazu erinnert jeder eine Situation, in der dieser Wert getragen hat.
- Austausch in Dreiergruppen: Was ist deine Kraftquelle, und woher kennst du sie?
Welcher Wert gibt dir Kraft, wenn es schwierig wird?
2Werte heute, Werte morgen
- Dauer
- 15 bis 30 Minuten
- Gruppe
- 1 bis 20
- Material
- Wertescanner®, Stifte in zwei Farben
- Schritt
- 6 Übertragen
- Vorbereitung
- Keine
Zwischen den Werten, die heute das Handeln bestimmen, und denen, die jemand leben will, liegt ein Abstand. Die Methode zeigt: Diesen Abstand verkleinerst du selbst.
- Frag: Welche Werte bestimmen gerade dein Handeln? Deine Lerngäste kreisen diese Werte auf dem Wertescanner® mit einer Farbe ein, zum Beispiel Orange.
- Dann: Welche Werte willst du morgen leben? Diese Werte bekommen eine zweite Farbe, zum Beispiel Blau.
- Jeder schaut auf die beiden Farben. Wo liegen sie nah beieinander, wo weit auseinander?
- Die Leitfrage: Was genau musst du tun, damit der blaue Wert in deinem Alltag sichtbar wird?
- Jeder notiert eine erste Handlung für die nächste Woche.
Was muss passieren, damit du von hier nach dort kommst?

3Werte im Tagesablauf
- Dauer
- 10 bis 20 Minuten
- Gruppe
- 1 bis 12
- Material
- Wertescanner®
- Schritt
- 6 Übertragen
- Vorbereitung
- Keine
Der Alltag besteht aus Stationen. Wer einen gewöhnlichen Tag durchgeht, sieht, wo Werte schon leben und wo sie fehlen. Das macht den Transfer konkret.
- Lass den Lerngast seinen gestrigen Tag erzählen, Station für Station: nach dem Aufstehen, der erste Termin, die Pause, das Gespräch mit dem Chef, der Feierabend.
- Zu jeder Station die Frage: Welcher Wert hat dich hier geleitet? Der Lerngast sucht ihn auf dem Wertescanner®.
- Dann: An welcher Station war ein Wert verletzt oder gar nicht da?
- Die Leitfrage: Mit welchem Wert müsste der Tag beginnen, damit er anders endet?
- Ein erster Schritt für morgen wird festgehalten.
Wo im Tag lebst du deine Werte, wo nicht?
4Werte-Woche
- Dauer
- 5 bis 10 Minuten am Abend, eine Woche lang
- Gruppe
- 1 bis 30
- Material
- Wertescanner® 2Go je Lerngast, Stifte in zwei Farben
- Schritt
- 6 Übertragen
- Vorbereitung
- Termin für die Auswertung vereinbaren
Die Methode verlängert das Seminar um eine Woche. Jeden Abend zeigt sich, welche Werte das Handeln wirklich bestimmen.
- Jeder Lerngast bekommt einen Wertescanner® 2Go und den Auftrag: Markiere jeden Abend den Wert, der heute dein Handeln am meisten bestimmt hat.
- Eine zweite Farbe für den Wert, den du heute verletzt oder vernachlässigt hast.
- Eine Handy-Erinnerung hilft, die Zeit einzuhalten.
- Nach einer Woche folgt die Auswertung, allein, im Einzelgespräch oder in der Gruppe: Welche Werte wiederholen sich? Welche hast du nie markiert, obwohl sie dir wichtig sind?
- Was muss passieren, damit sich das Muster ändert?
Welcher Wert hat heute dein Handeln bestimmt?
5Erinnerung aufs Handy
- Dauer
- 2 bis 5 Minuten, ein- bis dreimal am Tag
- Gruppe
- Einzelarbeit
- Material
- Wertescanner®, Smartphone
- Schritt
- 6 Übertragen
- Vorbereitung
- Keine
Die kleinste Methode im Beitrag. Sie hält einen Wert im Blick, wenn der Alltag laut ist.
- Fotografiere den Wert des Tages auf dem Wertescanner® oder notiere ihn als Wort.
- Leg eine Erinnerung im Handy an, ein- bis dreimal am Tag.
- Bei jeder Erinnerung fragst du kurz: Habe ich den Wert seit der letzten Erinnerung gezeigt? Was tue ich bis zur nächsten?
- Nach einer Woche: Welcher Wert hat sich am leichtesten leben lassen?
Hast du deinen Wert heute schon gezeigt?
6Ein Wert zum Abschied
- Dauer
- 10 bis 20 Minuten
- Gruppe
- 5 bis 30
- Material
- Wertescanner®, Moderationskarten, Stifte
- Schritt
- 6 Übertragen
- Vorbereitung
- Keine
Der Schlusspunkt. Jeder fasst das Seminar in einem Wert und einem Satz zusammen.
- Jeder nimmt den Wertescanner® zur Hand und sucht den einen Wert, der in diesem Seminar für ihn am deutlichsten spürbar war.
- Daraus wird ein Satz: Ich nehme Vertrauen mit, weil … Der Satz kommt auf eine Karte.
- Reihum liest jeder seinen Satz vor.
- Die Sätze werden nicht kommentiert und nicht diskutiert. Sie bleiben stehen.
- Die Karten gehen mit nach Hause oder an dich als Feedback.
Welchen Wert nimmst du aus diesem Seminar mit?
Fachbeiträge und Methoden zu den Werkzeugen. Alle zwei Wochen, kein Verkauf.
Vorgelesen von Clara Blum. Der Text stammt von Michael Kobbeloer.
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